Problemstellung
 Die Entwicklung von modernen Softwaresystemen ist heutzutage ohne Unterstützung durch spezialisierte Werkzeuge nicht mehr vorstellbar. Zum Beispiel kann Telelogic Doors für das Anforderungsmanagement, Microsoft Project für die Planung und Kontrolle von Ressourcen, IBM CleaseCase für das Konfigurationsmanagement, Bugzilla für das Änderungsmanagement, Enterprise Architect für die Modellierung und Eclipse oder Visual Studio für die Konstruktion in einem einzelnen Projekt zum Einsatz kommen. Die zielgerichtete Integration dieser heterogenen Werkzeuge stellt eine Herausforderung sowohl für Projektbetroffene als auch für Werkzeugshersteller dar. Aufgrund starken Wettbewerbs, schnelllebiger Märkte, komplexer Produkt- und Zulieferstrukturen sowie hoher Flexibilitätsanforderungen gehören häufige Änderungen während und nach der Entwicklung zum Alltag. Integrationsprobleme schränken dabei die Produktqualität und Entwicklungseffizienz ein. Fehlende Durchgängigkeit bei änderungsgetriebener, inkrementeller Entwicklung führt insbesondere zu folgenden Nachteilen:
  • Die prozess- und werkzeugsübergreifende Rückverfolgbarkeit (Traceability) ist nur mit hohem, teils manuellem, Aufwand möglich (z.B. Nachweis über Abdeckung von Testfällen für bestimmte Anforderungen oder Änderungen).
  • Projektweite Beurteilung der Auswirkungen von Änderungen, z.B. von Anforderungen auf die Implementierung, auf die Planung oder auf die Tests, ist schwierig.
  • Redundante Informationen, verursacht durch Überlappung des Funktionsumfangs, führen zur Inkonsistenz. Der Abgleich, z.B. eines Meilensteines im Release-Plan, im Anforderungsdokument und in der Änderungsmeldung, ist schwierig und zeitaufwendig.

Forscher und Werkzeugshersteller haben sich bisher auf technische Aspekte der Integration, beispielsweise Austauschformate oder Middelware, fokussiert. Neue Erkenntnisse zeigen aber die Wichtigkeit der Benutzerbedürfnisse und Kollaboration, vor allem bei der agilen Entwicklung. Dies benötigt eine neue funktionale Betrachtung des Integrationsproblems, wobei Pro-jektbetroffene in den Fokus rücken. Dazu müssen Projektbetroffene, Werkzeugshersteller und Forscher zusammenarbeiten.
 

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